Wie macht man Zähne transparent?

Manchmal müssen Zähne entfernt werden, welche man in der Vergangenheit selbst wurzelbehandelt hat. Diese für unsere Patienten traurige Entscheidung gibt uns hingegen die einmalige Chance, unsere Arbeit zu überprüfen. Diese Selbstkontrolle kann uns Schwachstellen in der eigenen Therapie aufzeigen (übersehene Kanalsysteme, laterale Verzweigungen, infizierte Füllmaterialien etc.).

Diese Anleitung verdanke ich Dr. Holm Reuver aus Neustadt/Weinstr.:

  • Die Wurzeloberfläche mechanisch von allen Resten des Parodonts sowie von Konkrementen etc. und Verfärbungen reinigen. Ggf. eine Zugangskavität präparieren und Reste des Pulpagewebes entfernen
  • Den Zahn für höchstens 6 Stunden in 5%iges Natriumhypochlorit legen um die organischen Bestanteile abzulösen
  • Für 3-6 Tage in 5% HNO3 legen. Die komplette Dekalzifizierung sollte mit Röntgenbildern überprüft werden
  • Sehr gründlich mit Wasser spülen
  • In aufsteigender alkoholischer Reihe je einen Tag dehydrieren (70%, 85% und 99%)
  • Für einige Stunden in Methylsalycylat einlegen

Die Zähne werden jetzt transparent und müssen im Methylsalycylat gelagert bleiben.

Folgende Anleitung wurde von R. M. Al Shalabi zur Darstellung des Kanalsystems veröffentlicht:

  • Für 30 min. in 5% Natriumhypochlorit einlegen
  • Nach Abtrennen der Zahnkrone erneut für 24 Stunden in 5% Natriumhypochlorit legen
  • Unter fließendem Wasser gründlich spülen und anschließend über Nacht trocknen lassen
  • Mit einer Einmalspritze Tinte in das Kanalsystem einbringen. Dabei wird der Apex an die Sauganlage angeschlossen
  • Für 8 Tage wird der Zahn in 10%iger HCl dekalzifiziert. Der Erfolg wird mittels Röntgenbildern überprüft
  • In 95%igem Alkohol und nachfolgend 100 %igem Alkohol wird der Zahn jeweils 36 Stunden dehydriert
  • Abschließend wird der Zahn in Methylsalycylat gelegt. Innerhalb einiger Stunden wird der Zahn transparent.

Shalabi RM et al.: Root canal anatomy of maxillary first und second permanent molars. Int Endodont J, 2000, 33: 405

Für die Photographie durch das Operationsmikroskop ist eine unter der Petrischale platzierte Lichtquelle nicht erforderlich! Natürlich ändert sich aber aufgrund der anderen Lichtführung der räumliche Eindruck.

 

oberer Molar mit Wurzelfüllung und adhäsivem Aufbau